Im Zuge der Energiewende und der nachhaltigen Entwicklung prägen dezentrale Photovoltaikanlagen (PV) als entscheidender Bestandteil sauberer Energie die globale Energielandschaft maßgeblich. Dank kontinuierlicher technologischer Innovationen, nachhaltiger politischer Unterstützung und steigender Marktnachfrage erlebt der PV-Sektor neue und bedeutende Entwicklungen.
1. Hochleistungsmodule auf Dächern
Durch die Integration hocheffizienter Technologien steigt die Leistung von PV-Modulen rasant an, wobei Produkte mit 600 W+ und 700 W+ mittlerweile zum Hauptangebot der Modulhersteller gehören. Hochleistungsmodule werden nicht nur in Freiflächenkraftwerken eingesetzt, sondern finden auch zunehmend Verbreitung bei Dachinstallationen. Auf Branchenmessen haben führende Modulhersteller das Konzept von „700-W-Modulen+ auf Dächern“ explizit beworben.
Laut diesen Herstellern sind bei dezentralen Photovoltaikanlagen, insbesondere bei Wohnhäusern, Hochleistungsmodule aufgrund des gängigen Mietmodells, bei dem Dachfläche pro Modul angemietet wird, besonders beliebt. Für Projektentwickler reduzieren Hochleistungsmodule nicht nur die Mietkosten, sondern senken auch die Systemkosten (BOS-Kosten), was ihre Verbreitung deutlich fördert.
2. Bedeutende Fortschritte bei N-TOPCon-Modulen
Der rasante Wechsel zwischen P-Typ- und N-TOPCon-Technologien ist auch im Markt für dezentrale Photovoltaikanlagen deutlich erkennbar. Laut InfoLink-Statistiken lagen die Marktanteile von P-Typ- und N-TOPCon-Modulen im Jahr 2023 bei etwa 71 % bzw. 27 %. Es wird jedoch erwartet, dass der Marktanteil von N-TOPCon-Modulen in diesem Jahr schnell auf 79 % steigen wird.
Im Bereich der dezentralen Photovoltaik deuten Rückmeldungen von Modulherstellern darauf hin, dass N-TOPCon-Produkte in diesem Jahr mehr als 60 % des Marktes für dezentrale Photovoltaik ausmachen könnten, wobei das Tempo der Weiterentwicklung die Erwartungen bei Weitem übertrifft.
3. Unterschiedliche Marktanforderungen rücken in den Fokus.
Die Vielfalt dezentraler PV-Anlagen erfordert unterschiedliche Produktanforderungen und treibt die Hersteller zu ständigen Innovationen an. Um beispielsweise das Problem der Staubablagerung in dezentralen PV-Anlagen zu lösen, haben Unternehmen wie LONGi, Jinko und Trina staubabweisende Module entwickelt. Für feuchte und heiße Umgebungen hat LONGi neue feuchtigkeitsbeständige Produkte auf den Markt gebracht.
Zudem gewinnen leichte, flexible Module zunehmend an Bedeutung. Führende Unternehmen in diesem Bereich sind Nanjing Daily Photovoltaic, SunMan und Pinsine Solar. Laut diesen Unternehmen zählen Dächer mit Lastbeschränkungen und gekrümmte Gebäude zu den Hauptmärkten für leichte, flexible Module. Aktuell erreichen diese Module eine Leistung von über 500 W, sind aber etwa doppelt so teuer wie herkömmliche Module.
4. Qualitätsbedenken inmitten von Preiskämpfen
Seit der zweiten Jahreshälfte des letzten Jahres sind die Preise für Photovoltaikmodule aufgrund von Kapazitätsabbau und Marktwettbewerb stark gefallen. Ende letzten Jahres lag der Preis für P-Module unter 0,8 RMB pro Watt. Auf der jüngsten Shandong-Photovoltaikmesse warben einige Unternehmen vollmundig mit „Modulen ab 0,7 RMB/W“. Messebesucher berichteten jedoch, dass einige Produkte die beworbene Maximalleistung nicht erreichten. Obwohl die Preise auf 0,6 RMB/W oder sogar darunter fallen können, sind die Konformität und Qualität dieser Produkte fragwürdig.
Daher ist es für Investoren und Eigentümer dezentraler PV-Anlagen von entscheidender Bedeutung, ausschließlich renommierte Marken auszuwählen und die Modulqualität sorgfältig zu prüfen, um unnötige Verluste zu vermeiden.
5. Leistungsstärkere Wechselrichter für Gewerbe und Industrie
Um die Systemkosten weiter zu senken, steigen gewerbliche und industrielle Wechselrichter von den gängigen 110 kW und 125 kW auf höhere Leistungsstufen wie 150 kW um. Unternehmen wie Sungrow, TBEA, Hiconics und Growatt präsentierten 150-kW-String-Wechselrichter für den gewerblichen Einsatz. Um die leistungsstarken Module zu unterstützen, erhöht sich der Eingangsstrom der Wechselrichter kontinuierlich. So erreichen einige führende Hersteller mit ihren 110-kW-String-Wechselrichtern einen maximalen Eingangsstrom von 64 Ampere.
6. Wettlauf um Netzanschluss
Rückmeldungen von Geräteherstellern und Projektentwicklern deuten darauf hin, dass ein wesentlicher Treiber für die rasche Erholung des Marktes für dezentrale Photovoltaikanlagen die Dringlichkeit von Netzanschlüssen ist.
Seit der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres haben mehrere Provinzen, darunter Hebei, Shandong, Heilongjiang, Henan, Zhejiang, Guangdong und Fujian, Warnungen hinsichtlich der Netzkapazität für dezentrale Photovoltaikanlagen ausgesprochen. In vielen Gebieten stehen keine neuen Kapazitäten mehr zur Verfügung. Daher ist der Netzanschluss zu einem neuen Wettbewerbskriterium für dezentrale Photovoltaikanlagen geworden, wobei die Netzkapazität ein entscheidender Faktor für die Begrenzung neuer Installationen ist.
7. Intensiver Plattformwettbewerb
Einerseits herrscht ein akuter Mangel an Netzaufnahmekapazität; andererseits boomt die Zahl der Projektentwickler. Allein auf der Messe in Shandong präsentierten sich über 30 dezentrale PV-Plattformunternehmen – von traditionellen PV-Entwicklern wie Chint Aneng, der Wohnbausparte von Trina Solar und der Smart-Energy-Sparte von JA Solar bis hin zu Anbietern von Haushaltsgeräten wie Skyworth PV, Haier Solar, TCL PV Technology und Midea. Auch die lokalen Plattformunternehmen expandieren international.
Im Hinblick auf Geschäftsmodelle und Lösungen gibt es zahlreiche Optionen, darunter die vollständige Bezahlung von Wohngebäuden, genossenschaftliches Bauen, operatives Leasing, reines Leasing, Energiemanagementverträge (EMC) für Gewerbebetriebe, Investitionen der Eigentümer, Vorteile durch CO₂-Neutralität und Einspeisevergütungen. Die Lösungen umfassen Flachdächer, Schrägdächer, die Umwandlung von Flachdächern in Schrägdächer, Sonnenschutzsysteme und gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV). Der Wettbewerb zwischen den Plattformen ist intensiv und erstreckt sich von Prozessen bis hin zu Dienstleistungen.
8. Steigende Kanalgebühren
Der intensive Wettbewerb zwischen den Plattformen und die weit verstreuten Dachflächenressourcen bedingen eine starke Abhängigkeit von Vertriebspartnern und steigende Vermittlungsgebühren. Berichten zufolge stiegen die Vermittlungsgebühren für ein einzelnes PV-Modul im Markt für private Photovoltaikanlagen in Shandong im vergangenen Jahr auf 300–400 RMB und verdoppelten sich damit gegenüber dem Vorjahr.
Für Vermittlungsdienste für gewerbliche und industrielle Dachflächen warben einige Unternehmen auf der Shandong-Messe mit Preisen von „0,05-0,3 RMB/W“.
9. Konzentrierter Konfluenzmodus erregt Aufmerksamkeit
Angesichts der begrenzten Kapazität für Netzanschlüsse und der damit verbundenen Einschränkungen beim Ausbau dezentraler Photovoltaikanlagen suchen Regierung und Projektentwickler nach innovativen Lösungen. Daher rückt die konzentrierte Zusammenführung von Photovoltaikanlagen in den Fokus der Marketingstrategie, wobei mehrere Plattformanbieter mit dem Slogan „Installation ohne Platzbeschränkungen“ werben.
Die konzentrierte Zusammenführung mehrerer Photovoltaikanlagen auf Wohnhäusern erfolgt über eine gemeinsame Leitung. Dabei wird die Spannung mithilfe von Verstärkeranlagen zentralisiert, um die Netzanbindung zu ermöglichen. Dieses Verfahren erfüllt die Anforderungen an den Netzanschluss für nicht-natürliche Personen und die entsprechenden Bauvorschriften. Es eignet sich für Niederspannungsnetze ohne zusätzliche Kapazität, wenn das Umspannwerk die Investition in einen Transformator ermöglicht und das übergeordnete Umspannwerk über ausreichende Kapazität verfügt. Auch für die flächendeckende Entwicklung von Photovoltaikanlagen auf Hausdächern in relativ dicht bebauten Gebieten ist es geeignet.
10. Verteiltransformatorspeicher betreten den Markt
Neben der konzentrierten Zusammenführung von Photovoltaikanlagen stellt die Speicherung in Verteiltransformatoren eine weitere Möglichkeit zur Erweiterung der Transformatorkapazität dar. Diese Speichersysteme werden typischerweise in Umspannwerken oder innerhalb von Transformatorenbezirken installiert. Der von dezentralen Photovoltaikanlagen erzeugte Überschussstrom kann direkt in Energiespeichern gespeichert werden, ohne Transformatoren zu durchlaufen. Dadurch wird das Problem der begrenzten Transformatorkapazität gelöst. Zudem können so kurzzeitige Lastschwankungen und Lastspitzen im Verteilnetz ausgeglichen und die Netzstabilität erhöht werden.
Nach Schätzungen der Branche kann ein 200 kW/400 kWh Energiespeichersystem mit einem Speicherverhältnis von 15 % die dezentrale PV-Entwicklungskapazität um etwa 1,2 MW erhöhen, wobei die Kosten für das Speichersystem etwa 0,4-0,5 RMB/W betragen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass 2024 ein weiteres entscheidendes Jahr für die dezentrale Photovoltaik darstellt. Die gesunde und nachhaltige Entwicklung der Branche hängt von politischen Regelungen auf allen Regierungsebenen sowie von innovativen Lösungen und Geschäftsmodellen zahlreicher Branchenakteure ab, von denen alle Beteiligten profitieren und die Initiativen zur Klimaneutralität unterstützen.




