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Aktueller Stand und Ausblick des US-Solarmarktes

1. Wachstumstreiber und Herausforderungen auf dem US-amerikanischen Solarmarkt
Seit 2013 ist Solarenergie in den USA günstiger als Kohle und zählt damit zu den kostengünstigsten Energiequellen. Allerdings erlebten Solaranlagen im letzten Jahrzehnt zwei deutliche Rückgänge aufgrund von Änderungen der Investitionssteuergutschrift (ITC) und Importbeschränkungen für chinesische Komponenten. Freiflächenanlagen machen 60–70 % aller Installationen in den USA aus. Zuletzt verlangsamte sich das Wachstum von Solaranlagen im Privatkundenbereich aufgrund steigender Zinsen und geänderter Landesrichtlinien. Trotzdem erzielen Freiflächenanlagen weiterhin solide Renditen, unterstützt durch die ITC. Mit sinkenden Zinsen und dem Fortbestand der ITC-Förderung wird ein Anstieg der Solaranlagen erwartet.

Solarenergie hat mittlerweile einen beachtlichen Anteil am Energiemix, liegt aber weiterhin hinter fossilen Brennstoffen zurück. Die Verlängerung der ITC-Förderprogramme durch die Biden-Regierung sichert dem Solarwachstum langfristige Unterstützung. Dank starker Projektreserven wird für den US-Solarmarkt in den nächsten zwei Jahren ein zweistelliges Wachstum erwartet. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass im Jahr 2024 großflächige Solaranlagen (über 1 MW) 36,4 GW zusätzlich bereitstellen werden, was 58 % der neuen Stromerzeugungskapazität in den USA entspricht. Aufgrund der begrenzten heimischen Produktion (weniger als 7 GW Ende 2023) sind über zwei Drittel der Solarkomponenten auf Importe angewiesen.

2. Auswirkungen von Zöllen auf die Solarlieferkette in Südostasien
Die US-Antidumping- und Ausgleichszölle auf chinesische Solarunternehmen haben die Produktion nach Südostasien verlagert und die Region damit zu einem Hauptlieferanten für die USA gemacht. Hohe Zölle und Lieferkettenbeschränkungen haben Unternehmen gezwungen, Kapazitäten nach Südostasien zu verlagern. Neue Sanktionen könnten jedoch die Produktion in Südostasien einschränken, die Kosten in die Höhe treiben und die US-Lieferungen beeinträchtigen. Kurzfristig werden die USA weiterhin auf Solarzellen und vorgelagerte Komponenten aus Südostasien angewiesen sein, während langfristige Lösungen sich voraussichtlich auf den Aufbau heimischer Kapazitäten konzentrieren werden, um Zölle zu vermeiden.

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3. Die US-Solarindustrie und die Auswirkungen des IRA.
Die US-Solarbranche hat erheblich vom Inflationsbekämpfungsgesetz (IRA) profitiert, das die Investitionssteuergutschriften (ITC) verlängerte und umfangreiche angebotsseitige Subventionen zur Förderung der lokalen Produktion einführte. Diese Subventionen sollen die heimische Lieferkette für Solarenergie stärken und Komponenten- und Materialherstellern substanzielle Unterstützung bieten. Arbeitsstandards und Anforderungen an den Inlandsanteil fördern die lokale Produktion zusätzlich – ein Trend, der sich in den kommenden Jahren voraussichtlich noch verstärken wird.

4. US-Solarsubventionen und ihre Auswirkungen
Die großzügigen Subventionen des IRA haben US-Solarunternehmen wie First Solar wiederbelebt und zu deren Rentabilität geführt. Diese Maßnahmen verbessern nicht nur die kurzfristige finanzielle Performance, sondern sind auch für die langfristige Rentabilität unerlässlich. Mit steigender inländischer Produktionskapazität werden die Subventionen die Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken. Aufgrund des begrenzten Angebots ist mit steigenden Modulpreisen zu rechnen, was die Befürchtungen sinkender Preise dämpft. Obwohl die USA vor Herausforderungen bei der Siliziumversorgung stehen, werden der Ausbau der inländischen Produktion und die Nutzung bestehender Subventionen dazu beitragen, die globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Analysen deuten darauf hin, dass die Rentabilität von integrierten Modulen aus Südostasien zwar aufgrund von Zöllen sinken könnte, die Verwendung von US-Zellen mit Montage in Südostasien jedoch weiterhin rentabel bleibt.

5. Herausforderungen und Chancen für chinesische Solarunternehmen in den USA
Chinesische Unternehmen wie Canadian Solar und LONGi bauen ihre Produktion in den USA aus und unterstreichen damit die Bedeutung lokaler Fertigung für langfristigen Erfolg. Trotz der Herausforderungen beim Aufbau und der Instandhaltung lokaler Produktionsstätten ist die Investition in Zellproduktionskapazitäten für zukünftiges Wachstum unerlässlich. Unternehmen, die auf Lokalisierung setzen und enge Beziehungen zur Regierung pflegen, haben bessere Chancen, auf dem US-Markt erfolgreich zu sein und nachhaltige Gewinne zu erzielen. Anleger sollten Änderungen bei Subventionen, Zöllen und Patentrisiken im Auge behalten, um Chancen optimal zu nutzen.

6. US-Solarpolitik und Installationsaussichten
Freiflächenprojekte in den USA bleiben hochprofitabel. Trotz hoher Zinssätze (rund 8,5 %) erzielen diese Projekte eine Rendite von etwa 8,38 %, was hauptsächlich auf die Vorteile des Investitionssteuerabzugs (ITC) zurückzuführen ist, der die Steuerlast um 30 % reduziert und somit die Investitionskosten senkt.

Mit sinkenden Zinsen dürften sich die Renditen von Solarprojekten verbessern. Beispielsweise führt eine Zinssenkung um 1 % zu höheren Renditen über die gesamte Laufzeit eines Solarprojekts. Obwohl Solarenergie in den letzten Jahren mehr als 50 % der Neuinstallationen ausmachte, repräsentiert sie immer noch nur etwa 5 % der gesamten Stromerzeugungskapazität, was ein erhebliches Wachstumspotenzial bietet.

Die ITC ist seit 2005 ein wichtiger Motor für das Wachstum der Solarenergie in den USA, mit Subventionen zwischen 26 und 30 %. Die IRA der Biden-Regierung verlängerte die ITC-Vorteile bis 2032 und sicherte so die weitere Expansion der Solarenergie.

Die Installationen von Solaranlagen in den USA werden in den nächsten Jahren voraussichtlich rasant zunehmen. Bis zum ersten Quartal 2024 befinden sich Solarprojekte mit einer Leistung von über 100 GW in der Planung, was das Wachstum der Installationen in den nächsten zwei bis drei Jahren stützen wird. Schätzungen zufolge könnten die USA im Jahr 2024 43 bis 45 GW installieren, wobei für 2025 ein Wachstum von über 20 % erwartet wird.

US-Solarmodule bieten entscheidende Vorteile: Sie erhalten eine Subvention von 7 Cent pro Watt im Rahmen des IRA-Programms, sind von einigen Zöllen auf südostasiatische Zellen befreit und können zusätzlich einen ITC-Bonus von 10 % erhalten, was einen Preisaufschlag bedeutet. Dadurch sind US-Module wettbewerbsfähiger und rentabler als vollintegrierte südostasiatische Module.